Hey Veganer, wenn wir Tiere nicht essen… sterben sie aus!

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Wenn wir Menschen aufhören, Tiere zu essen, geschehen laut vieler Fleischesser unter anderem zwei schreckliche Dinge: Wir wissen nicht wohin mit den Tieren. Sie nehmen überhand und überrennen uns. Und sie sterben aus. Gleichzeitig interessanterweise. Demzufolge wären Veganer also für das Aussterben von Tierarten verantwortlich.

In den letzten 40 Jahren haben wir Menschen den Bestand der Gesamtheit aller Wildtiere halbiert.
Wir zerstören immer mehr Lebensraum von wildlebenden Tiere und rotten immer mehr wildlebende Arten aus, und das nicht zuletzt, weil wir immer mehr Nutztiere produzieren und zur Effizienzsteigerung immer neue Nutztierhybride züchten. Das sind Kreuzungen verschiedener Arten die ohne Menschen kaum überlebensfähig sind. Dabei gehen auch ältere Haustierrassen immer weiter zurück.
Aktuelle „Nutztiere“ sind nur durch intensive Zuchtbemühungen des Menschen zum Selbstzweck entstanden.
Das sind zu weit über 90% schon geradezu Frankenstein-Tiere und ziemlich nah dran, Klone zu sein Das trifft für alle sogenannten Legehennen, Masthühner, Mastschweine, Mastrinder, Milchkühe, Puten und auch für Fische zu.

Über 95% der Puten in Deutschland sind sogenannte BIG6. Das sind Mastputenhybride, die viel zu schnell, viel zu schwer werden. Aufgrund ihres Gewichts können sie sich gar nicht mehr putengemäß verhalten, ohne sich zu verletzten.
Bei Masthühnern werden vor allem Ross Tiere verwendet. Dort sieht es genauso aus.
Bei den meisten Legehennen werden Lohmann Classic eingesetzt. Das sind Tiere die etwas über 300 Eier im Jahr legen. Das kann der Körper nicht lange mitmachen. Das Ergebnis sind Legedarmvorfälle und andere qualvolle Dinge.
Und so geht das auch bei „Milchvieh“ und in der „Schweine- und Rindermast“ weiter.
Dort züchten wir im Akkord Schweine, die durch ihre Haarlosigkeit Sonnenbrand bekommen würden und Turbokühe die nicht mehr abstillen können.

Den entstehenden Dualzuchten, werden dann noch DIE störenden Körperteile entfernt, die die nicht oder NOCH nicht weggezüchtet werden konnten. Also Körperteile wie Schwänze, Hörner, Hoden, Schnabelspitzen usw. -natürlich meist ohne Betäubung .
Und das nennen wir Arterhaltung. Das ist aber das vielmehr die Ausrottung verschiedenster wilder Arten und die Zerstörung biologischer Vielfalt durch einige wenige Arten kaum überlebensfähiger Nutztiere in gigantischer Menge.

Es wäre schon fast sadistisch solche verzüchteten Arten durch Nachzuchten erhalten zu wollen und damit vielleicht noch die natürlicheren Urrassen zu verdrängen, welche man statt dessen schützen könnte -auch ohne sie zu töten.
Diese sind genau so liebenswert und genau so klug aber sie werden nicht schon als leidende Qualzuchten geboren. Für das Indiviuum spielt es keine Rolle, welcher Spezies es angehört. Für dieses ist es nur wichtig, nicht zu leiden. Und dafür würde es sicherlich bevorzugen, nicht zu einer stark verzüchteten Spezies zu gehören. Spezies ist ein abstrakter Begriff. Eine Spezies hat kein Bewusstsein, keine Interessen und kann nicht leiden. Das können nur Individuen. Daher ist es schon sehr fragwürdig, wenn man die Bedürfnisse und Interessen von Individuen nicht achtet und diese kontinuierlich tötet aber aber bei gewissen Spezies mit deren Erhaltung argumentiert und diese vermeintlich schützen und bewahren will.

Menschen denen die Existenz gewisser Nutztierrassen so am Herzen liegt, können diesen ja Reservate bauen oder entsprechende Lebenshöfe unterstützen. Wenn sie das nicht möchten, kann man davon ausgehen, dass das ein vorgeschobenes Argument für das Fleischessen ist. Und dazu kein besonders gutes. Individuen tut man keinen Gefallen damit, sie im Akkord zu töten um vermeintlich ihre Art zu erhalten.

Wenn man -im wahrsten Sinne des Wortes- „mit Gewalt“ Spezies erhalten will, deren Tiere kaum selbst überlebensfähig sind, die keine biologische Nische haben, die für das Aussterben anderer gesunder Spezies sorgen und eine gesunde Biodiversität sogar beeinträchtigen, dann tut man das nicht für die Individuen dieser Art sondern aus egoistischen oder kulturellen Gründen. Während das Aussterben von Tierarten in der Wildnis ökologisch sehr nachteilig sein kann, wäre es für die Biodiversität sogar vorteilhaft, wenn wir aufhören würden Nutztiere zu züchten.
Wenn es tatsächlich um eine Erhaltung geht, dann wäre es richtig und wichtig, die natürliche Artenvielfalt zu bewahren. Die Natur ist ein eingespieltes System von dem wir abhängig sind. – Aber die Natur braucht unsere Nutztiere nicht und hätte sie auch nicht in dieser Form und Zahl hervorgebracht. Sie wird statt dessen von der intensiven Tierhaltung massiv gefährdet und geschädigt.

Wir Menschen machen von der Gesamtbiomasse aller Landwirbeltiere ganze 32% aus.
Doppelt so groß ist der Anteil unserer Nutztiere: 65%.
Und gerade einmal noch 3% macht die Gesamtheit aller wildlebenden Landwirbeltiere aus.

Die Masse unserer wenigen Nutztierarten beträgt mehr als das zwanzigfache davon.

Traurig an der Frage, was dann mit den Nutztierpassieren soll, ist auch, dass dabei einfach nur von der Nützlichkeit von Individuen für den Menschen ausgegangen wird und man wohl gar nicht auf die Idee kommt, dass es auch noch andere Motivationen gibt, warum Menschen sich um andere Individuen kümmern.
Es gibt viele Menschen, die sich nicht nur für sich selbst einsetzen und die sehr gern die Aufgabe übernehmen würden, sich um vermeintlich nutzlos gewordene Nutztiere zu kümmern
-nicht weil sie sie ausbeuten wollen, sondern um deren selbst willen. Weil es hilflose Lebewesen mit Charakter und mit Bedürfnissen sind und das für manche Menschen Grund genug ist, ihnen zu helfen.

Hey Veganer, manche Tiere gäbe es nicht, würden wir sie nicht nutzen!

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Es stimmt natürlich, dass es beispielsweise Schweine, Hühner oder Rinder in der Form und Anzahl so nicht gäbe, wenn wir sie nicht zum Gebrauch züchten würden. Oft wird das als eine Rechtfertigung dafür verwendet, sie einsperren, mästen, töten und aufessen zu dürfen beziehungsweise es wird die Ansicht vertreten, dass diese für ihre Existenz den Fleischessern quasi dankbar sein müssten und dass das ein schönes Dilemma für Veganer ist.
Zunächst erreicht natürlich praktisch keines unserer Nutztiere auch nur annähernd seine biologische Lebenserwartung. Tiere die man für ihr Fleisch produziert, sind in der Regel gerade erst ausgewachsen, wenn sie geschlachtet werden. Schweine, die 15 Jahre alt werden können, erreichen als Nutztiere meist nur ein halbes Jahr, was knapp 3,5% entspricht.
Die Tiere, die Milch und Eier produzieren, leben etwas länger, aber auch die erreichen selten mehr als ein Sechstel ihrer natürlichen Lebenserwartung bis sie verbraucht sind und entsorgt werden.
Männliche Kälber von Milchkühen tötet man oft nach wenigen Tagen. Und männliche Küken von Eierhühnern werden meist nur wenige Minuten nach dem Schlüpfen geschreddert.
Unsere gezüchteten Nutztiere sind im Grunde fast alle so überzüchtet, dass sie, auch abgesehen von den sowieso meist katastrophalen Haltungsbedingungen, ein Leben lang leiden.
Man kann sich natürlich fragen, ob ein kurzes elendes Leben voller Leid nicht vielleicht doch noch knapp besser sein kann als gar keins, und unter welchen Bedingungen man selbst leben will. Und natürlich gibt es unterschiedliche Auffassungen davon, was ein lebenswertes Leben ist. Aber gerade deshalb sollte man diese Entscheidung doch nicht für andere treffen sondern dies den entsprechenden Individuen überlassen.
Wenn wir davon ausgehen, dass die meisten hinreichend bewussten und leidensfähigen Lebewesen ganz ähnliche grundlegende Bedürfnisse haben wie wir selbst, -und es gibt keinen auch nur halbwegs plausiblen Grund, daran zu zweifeln -dann ist die Frage legitim, welches Maß an Leid noch „erträglich“ ist, damit das bloße Existieren noch die Schattenseiten dieser Existenz überwiegt.
Selbst wenn man dem Leben der Tieren und zukünftigen potentiellen Glückserlebnissen dieser Lebewesen keinen Wert an sich einräumt und leidfreie Haltung und Tötung als ausreichend und gerechtfertigt erachtet, ist es so, dass man in der Praxis Fleisch und Leid nicht mehr entkoppeln kann. Die „leidvolle“ Haltung ist keine Entartung des Fleischsystems, die man beheben könnte.
98% des konsumierten Fleisches stammen aus Massentierhaltung.
Und selbst Bio bedeutet nicht automatisch, Weidehaltung oder dass es sich dabei nicht um Intensivtierhaltung handelt.
Auch bei dem verschwindend geringen Anteil von Alibi-Biotieren aus Weidehaltung, handelt es sich um moderne Rassen, die unter ihrer Zucht leiden. Die Handvoll Tiere alter Rassen, bekommt der durchschnittliche Fleischesser nie zwischen die Zähne weil sie sehr teuer sind und teilweise nur als Mitglied eines Verbandes erhältlich.
Man kann Deutschland nicht komplett mit glücklichen Kühen von der Weide ernähren. Und die Welt schon gar nicht. Ein paar wenige können sich das leisten, weil die absolute Mehrheit das nicht tut. Aber für alle Menschen wäre das völlig illusorisch. Im Gegensatz dazu ist eine weitgehend vegane Menschheit zumindest theoretisch möglich.
Wenn nun schon VOR Beginn der Existenz die Lebensbedingungen eines (vorerst hypothetischen) Individuums absehbar sind und diese permanente Gefangenschaft, Leid, soziale Isolation, Angstzustände und einen vorzeitigen, teils qualvollen Tod beinhalten, dann wird die Abwägung noch einfacher, denn dann kann man sich die Frage stellen: Würde man ein Kind in die Welt setzen, wenn man wüsste dass es durchweg in einem kleinen Laufgitter gehalten wird, nie Tageslicht sieht, kein Spielzeug haben wird, keine elterliche Nähe, keine Zuwendung und Zuneigung erfahren wird und dann mit 10 Jahre weit vor dem Erreichen seiner „natürlichen“ Lebenserwartung erschossen werden wird?“ Das würde sicherlich kaum jemand auch nur ansatzweise als erstrebenswert empfinden und an der Stelle gegen Verhütung argumentieren. Aber genau das ist die Situation für unsere Nutztiere.
Der Gedanke, dass Tiere für so eine Existenz, als Nebeneffekt menschlicher Genusssucht dankbar sein sollten, funktioniert vermutlich auch wieder nur, wenn man nicht selbst so existieren muss.
Wenn man die Existenz von Nutztieren als Ergebnis unseres Wunsches sie zu benutzen als etwas positives verargumentieren will, ist das, als würde man Anerkennung dafür erwarten, dass man Schäferhunde züchtet die im Alter von vier Jahren aufgrund ihrer Hüftdysplasie nur noch jaulend robben können oder für verzüchtete Katzen die viel mehr hecheln als dass sie atmen. Das kann man in einem positiven Sinne kaum als „Leben“ bezeichnen. Es ist eben vielmehr eine bloße Existenz die fast ausschließlich von Leid geprägt ist und wo für viele dieser Tiere ein früher Tod vermutlich sogar noch eine Erlösung sein wird.
Wenn man die „Nutzviehzucht“ finanziell unterstützt, bringt damit nur Individuen in die Welt, deren Zweck die vollständige Ausbeutung ist und deren kurzes Leben im Grunde nur aus Leid und einem gewaltsamen Tod besteht. Das ist nichts Gutes, wofür diese Tiere dankbar sein können. Es ist ist so ziemlich das komplette Gegenteil, wenn man seine Ressourcen dafür verwendet, statt beispielsweise Lebenshöfe oder andere Initiativen zu unterstützen die das Leid bereits existierender Tiere verringern.

Hey Veganer, es heißt nicht umsonst NUTZtiere!

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Wenn man das Ausnutzen der so genannten „Nutztiere“ kritisiert, speziell wenn man argumentiert, dass nicht nur gewisse „Haustiere“ schützenswert sein sollten, wird oft entgegnet, dass diese ja schließlich schon Nutztiere heißen und dass sie extra dafür gezüchtet werden.

Wenn man so argumentiert, ist das aber ein Zirkelschluss, also ein logischer Fehler. Man rechtfertigt dabei eine Handlung mit dieser Handlung selbst.
„Wir nutzen manche Tiere und bezeichnen sie dementsprechend als Nutztiere und weil sie Nutztiere heißen, ist es gerechtfertigt sie zu nutzen. Und weil wir sie nutzen, bezeichnen wir sie als Nutztiere…“
Aus A folgt B folgt A folgt B und so weiter… Mit dieser zirkulären Logik würde man sich argumentativ endlos im Kreis drehen, wenn man dieses Argument wirklich weiterdenken würde. Das hat in etwa den argumentativen Wert von „Weil ich das so sage“ und ist ähnlich willkürlich.

Allerdings haben wir oft beträchtliche Probleme damit, wenn andere genauso willkürlich sind wie wir.
Wenn andere Kulturen Hunde und Katzen zu Nutztieren erklären und schlachten, sorgt das bei vielen Deutschen für einen Sturm der Entrüstung, für rassistische Entgleisung und für Morddrohungen und Todeswünschen. Es gibt natürlich auch solche, die an der Stelle für die KONSEQUENTE Ausbeutung ALLER möglichen Tierarten hier argumentieren, bzw. denen das gleichgültig ist, aber vielen Deutschen fällt vor Empörung das Schweineschnitzel aus dem Mund wenn andere Kulturen sich nicht an unsere „zivilisierte“ Einteilung in Nutz- und Haustiere halten und unverschämterweise Tierarten zu Nutztieren erklären, die wir als Haustiere festgelegt haben.

Man kann nicht einfach eine Handlung benennen und mit dieser Benennung dann die Handlung dann rechtfertigen. Wenn man jemanden als Sklaven bezeichnet, heißt das nicht, dass es gerechtfertigt ist, ihn deshalb als Sklaven zu halten. Und weil Sklaven nun mal Sklaven heißen, und wir schon immer Sklaverei betrieben haben, folgt daraus nicht, dass Sklaverei in Ordnung ist. Das Wort Sklave beschreibt einen Menschen der benutzt wird. Es stellt aber keine Legitimierung dafür aus, dass man ihn benutzen darf. Es ist nur ein Wort. Und ebenso würde wohl auch jeder die Aussage, dass es gerechtfertigt ist, Menschen als Sklaven zu halten, solange man sie extra dafür zeugt, völlig inakzeptabel finden.

Über solche Willkür würde man sich ja auch bitterlich beklagen, wenn man selbst das Opfer so einer Festlegung wäre. Solange man nicht das Opfer ist, ist es leicht, solche Behauptungen gerechtfertigt und akzeptabel zu finden.
Tiere sind zu niemandes Gebrauch da. Genau so wenig wie Menschen zu irgendjemandes Gebrauch da sind. Kinder existieren auch, wegen ihrer Eltern. Daraus folgt aber nicht, dass Eltern über ihre Kinder verfügen können. Und wenn man einem Menschen das Leben rettet, folgt daraus ja auch nicht dass man nachher beliebig über ihn verfügen und ihn bei Bedarf töten darf.

Dass die Geburt von Individuen von Menschen mit gewissen Motiven festgelegt wurde, ändert nichts daran, dass sie die gleichen Empfindungen, Fähigkeiten, Interessen und Instinkte haben, wie Individuen, die aus anderen Gründen geboren wurden. Deshalb kann es doch nicht gerechtfertigter sein, gegen ihre Bedürfnisse zu verstoßen. Und diese Motive können ja nicht maßgeblich dafür sein, wie ein Lebewesen zu behandeln ist. Damit gibt man dem Täter die Bestimmungsgewalt über das Opfer. Mit diesem Argument müsste man zudem auch Pelztierfarmen und Tierbordelle rechtfertigen, wenn die Tiere dafür gezüchtet werden. Wenn man Individuen in die Welt bringt, sollte das viel mehr eine Verantwortung diesen Wesen gegenüber mit sich bringen und nicht das Recht über deren Leben und Tod zu bestimmen. Man selbst würde das für sich ja schließlich auch so fordern, wenn man selbst der Ausgelieferte wäre.

Der Begriff Nutztier hat natürlich in erster Linie mit dem was wir wollen zu tun und nichts mit den komplexen sozialen und emotionalen Bedürfnissen der Opfer. Er beschreibt schon, dass diese immer zweckhaft gezüchtet, und allein dadurch schon zu Objekten degradiert werden, die lediglich einen Zweck erfüllen, wobei ihnen weder Bedürfnisse noch Rechte zugestanden werden. Deshalb wurde Tierhaltung in vergangenen Jahrhunderten zumeist nicht wirklich als Problem wahrgenommen. Denn tatsächlich haben die meisten Kulturen die meisten Tiere als „Dinge“ betrachtet.
Je mehr wir aber dazu übergehen, fühlende Wesen generell NICHT mehr als Dinge zu behandeln, desto augenscheinlicher wird, dass auch diese Lebewesen so etwas wie eine Würde und ein Lebensrecht zugestanden bekommen müssten.

Aber selbst wenn man den Tieren das Recht auf Selbstbestimmung und Leben weiterhin abspricht und von der weitgehend willkürlichen Prämisse ausgeht, dass das Töten von allen Lebewesen außer dem Menschen in Ordnung ist, wenn diese nichts davon mitbekommen, sind das nahezu schon akademische Argumente, die für die Realität kaum relevant sind, da solche idyllischen, leidfreien Weideszenarien die absolute Ausnahme sind und es für die absolute Mehrheit aller Nutztiere sehr viel düsterer aussieht.
In der Praxis werden fast alle unsere Nutztiere gewaltsam in die Welt gezwungen, eingepfercht, maximal ausgebeutet und wieder vernichtet. Sie haben keinerlei Entscheidungsfreiheit, keine Chance auf Freiheit, keine Autonomie… kein Sonnenlicht, keine Wiese oder auch nur frische Luft. Bei dieser systematischen Form von Ausbeutung kommt es bereits bei den Begrifflichkeiten zur Entwertung, bis hin zur völligen Objektifizierung und Degradierung von empfindungsfähigen Individuen zu Produkten und Produktionsmaschinen. Es geht auch kaum noch um einzelne Lebewesen, sondern nur die Gesamtheit des Bestandes, um Vieh und Geflügel. „Verluste“ sind einkalkuliert und für die effizientesten Qualzuchten wird aus Katalogen das gewinnträchtigste Erbgut ausgewählt so dass wir uns Individuen schaffen, die für uns den maximalen Nutzen bringen aber dafür lebenslang Schmerzen leiden und oft nicht einmal stehen können.
Aber solche Dinge sind das Resultat der Überzeugung, aufgrund der eigenen Überlegenheit, andere empfindungsfähige Lebewesen nach Belieben nutzen zu können.

Hey Veganer, Veganismus ist eine Ideologie!

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Veganer werden oft als Ideologen bezeichnet und der Veganismus als eine Ideologie. Damit wird in der Regel versucht, Veganer als fanatische Anhänger einer irrationalen, fundamentalistischen
Überzeugung darzustellen, bzw. der Ansicht Ausdruck zu verleihen, dass es so ist.
Der Begriff Ideologie wird umgangssprachlich oft undifferenziert abwertend verwendet. Natürlich kann eine Überzeugung auch fundamentalistisch und irrational SEIN aber es ist auch möglich, dass sie, selbst wenn sie sehr nachdrücklich vertreten wird, rational, sinnvoll und gut begründbar ist.
Das kann man aber wegwischen, indem man den Begriff Ideologie als Totschlagargument verwendet, weil man damit unterstellt, dass die Grundannahmen oder Auswirkungen nicht hinterfragt werden. Aber Ideologie hat natürlich auch etwas mit Idealismus und mit Idealen zu tun, wie etwa solchen, dass man als Individuum das nicht leiden möchte, anderen leidensfähigen Lebewesen auch kein Leid zufügen sollte. Und es gibt dementsprechend auch eine wertneutrale Definition welche Ideologie als ausformulierte gefestigte Lehrmeinungen und Überzeugungen beschreibt. Also erst mal nur als eine Weltanschauung die man mit anderen teilt. Nach dieser Definition kann man Veganismus durchaus als eine Ideologie bezeichnen, denn viele Veganer vertreten ja die Überzeugung, dass es unethisch ist, Tiere aus unnötigen und egoistischen Gründen zu töten. Man kann auch eine humanistische Ideologie haben, die die sich ganz entschieden gegen Sklaverei, Rassismus, Diskriminierung und anderes wendet. Und das sind ja meist auch feste Überzeugungen und damit durchaus eine Ideologie. Und das ist an der Stelle auch gar nichts Schlechtes. Es vertritt also im Grunde wohl fast jeder eine oder mehrere Ideologien. Ideologien sind nicht nur das, was die anderen haben. Eine Ideologie findet man aber meist dann bedrohlich, wenn sie die EIGENE Ideologie bedroht, selbst wenn man gar nicht weiß, dass man eine hat. Wenn man Tiere töten lässt, dann steckt dahinter eine sehr feste Überzeugung. Leidensfähigen Individuen bewusst das wichtigste zu nehmen, also ihr Leben, obwohl man das nicht muss, setzt ja schon eine ziemlich feste Überzeugung voraus. Dementsprechend ist also auch die Überzeugung, dass man Tiere ausbeuten darf, eine Ideologie. Und tatsächlich hat diese sogar mehr Merkmale eines ideologischen Glaubenssystem als der Veganismus. Es ist eine Überzeugung in die wir hineingeboren wurden, die man als die Normalität erachtet und deshalb kaum hinterfragt und für die man im Bedarfsfall eine Reihe von unlogischen Rechtfertigen verwendet, die man in anderen Situationen vermutlich selbst nicht als Argument durchgehen lassen würde. Da beruft man sich beispielsweise darauf, dass das schon immer so war, man beruft sich auf triebgesteuerte fleischfressende Tiere als moralische Rechtfertigung und argumentiert mit unrealistischen Phanatasieszenarien in denen das Beenden er Tierausbeutung zu diversen globalen Katastrophen führen wird. Und das obwohl gerade das Festhalten an diesem Verhalten eine der Hauptursachen für Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage darstellt.

Man erkennt Ideologien aber oft nicht, wenn man drin steckt, sondern frühestens, wenn sich anderswo modernere Erkenntnisse und Überzeugungen etablieren. Vorher waren sie quasi unsichtbar und als Normalität getarnt. Oft wird auch „normal“ fälschlicherweise mit „gut“ oder „gerechtfertigt“ gleichgesetzt wird. -und auch als das Gegenteil von „ideologisch“ betrachtet. Aber Normalität ist oftmals sogar eine wichtige Säule einer Ideologie und ein unbewusstes Mittel um sie unsichtbar zu machen. Aus diesem Grund haben solche Überzeugungen bis dahin aber auch meist gar keine Bezeichnung. Für die Ideologie des Fleischkonsums bzw. der Tiernutzung hat sich der Begriff Karnismus etabliert. Das ist quasi das Gegenstück zum Veganismus. Manche Menschen lehnen diese Benennung reflexartig ab. Sie empfinden das Wort als einen abwertenden Kampfbegriff. Auch wird kritisiert, dass dieser Begriff nur ausgedacht ist, was zwar nicht falsch ist aber kein Argument. Für alles was neu entstanden ist oder neu entdeckt oder aufgedeckt wurde, braucht man eine Bezeichnung und prägt ein entsprechendes Wort. In diesem Falle eben Karnismus. Die genaue Bezeichnung ist dabei aber auch nicht das Entscheidende. Man kann allerdings nicht einfach sagen, dass „Omnivor“ das richtige Wort an dieser Stelle wäre. Das ist rein deskriptiv zwar richtig, aber es blendet die ideologischen Aspekte aus. Das ist auch ein Hauptgrund, warum sich die Benennung der Ideologie für viele so unangenehm anfühlt und, warum Bezeichnungen wie omnivor von vielen bevorzugt werden. Die Benennung des Karnismus als eine Ideologie macht diese sichtbar und damit auch die Verantwortung die mit den auf dieser Ideologie basierenden Handlungen einhergeht. Aus demselben Grund nennt man Veganer nicht einfach nur Herbivore: Weil es sich um eine bewusste Entscheidung handelt. Bei nichtmenschlichen Tieren oder Kindern, die nicht dieses Ausmaß an Reflexionsvermögen haben, wird man natürlich nicht von einer Ideologie sprechen. Aber wenn man die Fähigkeit hat, über das eigene bewusste Handeln zu reflektieren, basieren diese Handlungen auf einer Überzeugung. Und spätestens wenn man beginnt, diese Handlungen zu rechtfertigen, auch sich selbst gegenüber, bilden sie eine Ideologie.

Leider werden die abwertende und die neutrale Ideologie-Definition oft vermischt. Mit der abwertenden Verwendung des Begriffs, will man wie gesagt auch unterstellen, dass Vertreter dieser Ideologie dieser blind und unkritisch folgen. Und natürlich ist das auch möglich. Allerdings sind die meisten Veganer ja gerade durch das ÄNDERN ihrer Überzeugung vegan geworden und haben oft gute Gründe für diese Entscheidung, während die meisten Fleischesser immer noch die Überzeugung vertreten, die ihnen von ihren Eltern und der Gesellschaft vorgegeben wurde.

Eine feste Überzeugung muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Besonders dann nicht, wenn es gute Gründe dafür gibt. Um das zu beurteilen muss man aber andere Kriterien anlegen, als ihr als Totschlagargument den Ideologie-Begriff überzustülpen. Man kann sie beispielsweise danach beurteilen, ob sie Leid, Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung verursacht oder befürwortet. Der Veganismus richtet sich jedenfalls explizit gegen diese Dinge.